50 mal Danke

Unter Anleitung von der lieben Iris Weinmann mache ich diese Woche 5 Tage lang jeden Tag eine Zufriedenheits-/Dankbarkeitsübung.

Niemand ist immer zufrieden. Natürlich nicht. Aber ich finde, es wird insgesamt zu viel gemeckert. Finden Sie das nicht auch? Auch ich bin manchmal unzufrieden, genervt, weil was nicht so läuft, etwas zu lange dauert, Timma die Katze zuerst gesehen hat und voll in die Leine springt ... Lapalien halt. Wie unnütz. Daher habe ich beschlossen - ich möchte ab sofort so wenig wie möglich davon in meinem täglichen Päckchen mit mir herumtragen. Daher ein Zufriedenheitswums: Zufriedenheits- und Dankbarkeitsübungen kompakt. Für die bewusste Wahrnehmung von den vielen kleinen Erfahrungen, Erlebnissen, Dingen am Tag. Weil´s einfach schöner ist.

Zum Beispiel heute:

Heute ... ist ein richtiger Sommertag. Einer von den schönen. Nicht einer von diesen Wüstentagen. Es sind "nur" 23 Grad. Perfekt für mein Temperaturgefüge. Ich sitze mit meinem Laptop also draußen. Ich will einen Blogbeitrag schreiben. Frollein Timma reißt die Nase hoch und dampft in den Vorgarten. Ich fix hinterher, rufe sie zurück und schließe das Zwischenzäunchen, damit sie nicht mehr nach vorne rennt und ich in Ruhe schreiben kann. Dabei knicke ich aus Versehen eine Blume ab. Irgendso eine Art Knöterich. Fast ein Nichts, weil so zart. Es ist ein fuchsiafarbenes Mitbringsel aus einer zauberhaften kleinen Gärtnerei aus Mecklenburg-Vorpommern.

Ich überlege kurz, nehme das Nahezunichts dann doch mit rein, stecke es kurzerhand in eine weiße kleine Vase, nehme es wieder mit raus und stelle es neben das Laptop. Auf den Gartentisch, mein Draußenbüro. Und ... es ist so simpel... ich freu mich. Nein. Mehr als das. Ich bin dankbar und tief zufrieden in diesem Moment und spüre das ganz deutlich. Es ist ein ganz besonderes  Lebensgefühl. Ich hole die Kamera und mache ein paar Fotos. Weil das Fastnichts eine Bedeutung hat, die über das Blümchensein schlichtweg hinausgeht - für mich ist es (m)ein Symbol für meinen real gewordenen Traum vom freien Arbeiten. Mit der Kamera. Am Computer. Am Laptop. Im Büro. In Feld, Wald und Wiese. Im Garten. Timma immer in der Nähe. Schön, dass sie kurz nach vorne lief ...

In der Umsetzung des Zufriedenheitswums fällt mir ganz viel ein, über das ich mich freuen und dankbar sein kann. Und - zack - kam damit ratzfatz diese Blogidee zustande.

Los geht´s

Ich versuche es möglichst knapp zu verfassen ... und befürchte, das wird nix :-)

  1. Ich bin dankbar für meine kleine Mikro-Familie - meinen Mann und mein Teenager-Kind, die an mich glauben und mich unterstützen, was man dringend braucht auf neuen Wegen. 

  2. Ich bin dankbar für meine Schwester, auf die ich mich immer verlassen kann. 

  3. Ich bin dankbar für eine Lebensfreundschaft, die seit dem 5. Schuljahr besteht. Wir feiern gemeinsame 100 Jahre Lebensalter.

  4. Ich bin dankbar für eine ganz besondere Hunde-Begegnung, aus der sich innerhalb kurzer Zeit ein junges, aber sehr dickes Freundschaftsband zwischen uns Menschen entwickelt hat.

  5. Ich bin dankbar für das ehrliche Interesse anderer an dem, was ich tue.

  6. Ich bin dankbar für meine Mutmachmenschen.

  7. Ich bin dankbar für ´zig Jahre Elternhaus plus meine Katastrophentante, deren Türen mir immer offen standen und stehen.

  8. Ich bin dankbar für eine Kindheit auf dem Land in NRW und die Erinnerung an eine ganz besondere Kirschenernte per Frontlader, vor rund 45 Jahren.

  9. Wenn ich ab und an durch Berlin fahre und all diese Hochhäuser sehe, bin ich dankbar, dass ich anders wohnen darf.

  10. In unserem Garten kann ich Hortensien pflanzen, Rosen, eben diesen Fastnichts-Knöterich und im Herbst ein paar Äpfel ernten. 

  11. Ich bin dankbar, dass ich heute frei-beruflich sein kann. Warum ich das mache, erfahren Sie hier.

  12. Ich bin dankbar, dass es Chemotherapien gibt - für meine Mutter und all die vielen anderen Krebspatienten.

  13. Ich bin dankbar, dass ich zu Fuß Felder erreichen kann, weil ich sie sehe, riechen, atmen muss.

  14. Ich bin dankbar für die Sonnenseiten des Lebens.

  15. Ich bin aber auch dankbar für seine Schattenseiten, weil sie die Sonnenseiten noch heller werden lassen und so manches ins rechte Licht rücken. 

  16. Ich bin dankbar für den tollsten Hund der Welt, mein Viszlagold, Bernsteinschatten, Topmodel, Clown, Wärmekissen, Staubsauger ... und kleine Nervensäge, der ich kaum böse sein kann.

  17. Ich bin dankbar für die Jahreszeiten, vor allem für das prachtvolle Waldgold im Oktober, das für mein Vizslagold eine perfekte Kulisse bietet.

  18. Ich bin dankbar, dass ich mit ganz vielen Tieren aufwachsen durfte, weil Tiere mein Kindheitstraum waren und unser Leben bereichern.

  19. Ich bin dankbar, dass ich trotz meines Fremdelns mit Social Media so tolle Menschen "treffe" und ein feines, helfendes Netzwerk entsteht. 

  20. Ich bin dankbar für unsere kleine Fotoherz-Gruppe, die sich aus Instagram gebildet hat, in der wir uns gegenseitig helfen, inspirieren, Tipps weitergeben und uns sogar im richtigen Leben treffen. Weil wir Drei rund um Berlin wohnen.

  21. Ich bin dankbar für die Möglichkeit an Challenges teilnehmen zu können, die mich wachsen lassen und mich aus meiner bequemen Zone herauskatapultieren. 

  22. Ich bin dankbar, dass es Menschen gibt, die mit mir ihr Wissen und ihre Erfahrungen als Mentoren oder Coaches ehrlich teilen und mich fotografisch und in meiner Selbstständigkeit begleiten. 

  23. Ich bin dankbar für die Erfindungen von Staubsauger, Spülmaschine, Bügeleisen und Waschmaschine, auch wenn ich nicht die einzige bin, die diese in unserem Haushalt bedient. 

  24. Ich bin dankbar für die tägliche Portion Zeit, die ich mir einräumen kann, um mit Timma ausgiebig durch die Natur zu ziehen. 

  25. Ich bin dankbar für die vielen guten Gespräche mit Menschen, die mir ihr Vertrauen schenken, auch wenn sie mich noch gar nicht lange kennen. 

  26. Ich bin dankbar für all die vielen netten Kontakte, die ich speziell durch Timma habe.

  27. Ich bin inzwischen dankbar, wenn es im Sommer mal ordentlich regnet und es Gummistiefel gibt, in denen man auch gut laufen kann.

  28. Ich bin dankbar, dass es einige Menschen als ihre Aufgabe ansehen, ihre Botschaften zum Thema Persönlichkeitsentwicklung in die Welt zu tragen und auch mich damit bereichern.

  29. Ich bin dankbar für all die tollen Lieder, die es sich lohnt anzuhören, weil sie inspirieren.

  30. Ich bin dankbar für unser tolles Zuhause.

  31. Ich bin dankbar für (m)eine Zahnärztin, in deren Praxis ich sogar gerne gehe. Ja. So was gibt´s :-)

  32. Ich bin dankbar für die Erfindung des Fotoapparates, weil es durch ihn möglich ist, die Pausetaste im Zeitverlauf zu drücken und Erinnerungen zu schaffen, deren Wert mit jedem Silvester steigen. 

  33. Ich bin dankbar für so manche Träne, die beim Anblick der eigenen Fell- und Herzgeschichte läuft, weil sie mir das Gefühl geben, nicht nur den Hund gut getroffen zu haben, sondern direkt das Herz.

  34. Ich bin dankbar für die kleinen Geschichten, die ich zwischen Menschen und Tieren erlebe und zu denen ich noch den ein oder anderen Blogartikel schreiben werde.

  35. Ich bin dankbar, wenn ich sehe, was Tiere bei Menschen auslösen, die im Heute keinen Platz mehr finden, weil ihr Kopf nur noch im Gestern funktioniert. Auch dazu wird es einen Blogartikel geben. 

  36. Ich bin dankbar, dass ich auf eine inzwischen recht stattliche Vergangenheit zurückblicken kann, die viele schöne Geschichten erzählt.

  37. Ich bin dankbar für meine Kameratechnik und ein großer Fan von diesem Laptop, da es Freiheit und Flexibilität schenkt.

  38. Ich bin dankbar, dass ich diesen Blogbeitrag schreiben kann, weil ich eine eigene Webseite und endlich einen Blog habe.

  39. Ich bin dankbar, dass meine Klavierlehrerin und mein WebAdmin so eine unfassbare Geduld mit mir haben.

  40. Ich bin dankbar, dass unsere Nachbarn sich gekümmert und bemüht haben, als wir hergezogen sind. Denn ich hatte große Eingewöhnungsschwierigkeiten und gab mir selbst eine Frist von drei Jahren. Ohne sie wären heute keine 13 zu zählen.

  41. Ich bin dankbar, dass mein 17 Jahre alter Mini tapfer bleibt und wieder zwei Jahre nahezu mängelfrei TÜV bekommen hat.

  42. Ich bin dankbar, dass irgendjemand mal Kuchen erfunden hat. Und Sahne.

  43. Ich bin dankbar für kleine Ausflüge an unsere tolle Küste mit ihrem zauberhaften Licht, die nur etwas über zwei Stunden Autobahn entfernt ist. 

  44. Ich bin dankbar für die kleinen weißen Brausetabletten, die mich an Migränetagen aus dem abgedunkelten Zimmer deutlich schneller rausbringen.

  45. Ich bin dankbar dafür, in Frieden Leben zu können, was meiner Eltern- und Großelterngeneration ja nicht vergönnt war.

  46. Ich bin dankbar, wenn ich immer wieder auf Menschen treffe, meist sind es Kinder, die sich bedanken,  wenn ich ihnen auf dem Gehweg Platz mache, damit sie besser durchkommen.

  47. Ich bin dankbar, dass ich die Dankbarkeit des einen oder anderen Menschen spüren konnte, dem ich geholfen habe, obwohl wir uns gar nicht kannten.
     
  48. Ich bin dankbar für meine tiefen Wurzeln, die mich, wenn ich mal strauchle, wieder ins Lot bringen.

  49. Ich bin dankbar für all die Herzschlagmomente, die mein Leben füllen und Erinnerungen schaffen.

  50. Ich bin dankbar, dass es Menschen gibt wie Sie, die sich die Zeit nehmen für das Lesen all dieser Punkte, obwohl wir uns vielleicht noch nie begegnet sind. Herzlichen Dank!

Tadaa. Fertig. Das reicht aber nicht. Es gäbe aus dem Stehgreif noch viiiiel mehr Punkte, die es wert wären, erwähnt zu werden. Mindestens einen Punkt muss ich dennoch hinzufügen. Denn:

51. Ich bin dankbar für diesen Zufriedenheitswums und danke Dir von Herzen für diese Möglichkeit, Deine Idee, Zeit und Energie, liebe Iris. Schön, dass sich unsere Wege gekreuzt haben.

Und nun? Ich muss sagen, ich mach das jetzt täglich. Vielleicht haben Sie auch Lust dazu, sich abends ganz kurz zu sammeln, nach drei Dingen zu schauen, die Ihnen an diesem Tag Freude gemacht haben und für die Sie dankbar sein könnten. Ich schreibe sie mir nun auf. Weil es den SEIN-Horizont erweitert. Und weil´s so einfach und tatsächlich schön ist. 

Danke für´s Lesen.

Herzlichst,

Ihre Stefanie Walden

 

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06.08.2019
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