04.02.2021

Was ist ein gutes Hundefoto?

"Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut." Henri Cartier-Bresson. Milliardenfach zitiert. 

Wenn Du in eine Suchmaschine diese Frage "Was ist ein gutes Hundefoto" eingibst, ploppen 3 bis 22 Tipps auf, wie man "gute" Hundefotos macht. Meistens geht es um das Thema "Hundeportrait" oder "Dein Hund in Bewegung". Für alle gilt ganz allgemein:

♥︎ Fotografiere auf Augenhöhe

♥︎ Setze den Fokus auf die Augen

♥︎ Positioniere Deinen Hund so, dass das (natürliche) Licht die Augen zum Strahlen bringt

♥︎ Achte auf einen ruhigen Hintergrund ;-)

♥︎ Hab Geduld ...

Alles klar. Alles gut.

Ein gutes Hundefoto braucht Technik und Herz

Technische Kenntnisse sind eine Grundvoraussetzung dafür, ein (Tier)Foto zu machen und bringen objektiv betrachtet in der Regel ansehnliche Ergebnisse. Ohne Kamera kein Foto. Und je besser wir unsere Kamera verstehen, umso leichter gelingt es uns, technisch gute Bilder zu machen. Noch besser ist, wenn wir außerdem ein paar Grundregeln kennen, wie wir durch Bildaufbau Fotos interessanter gestalten können.

Aber - macht das allein ein gutes Foto aus? Was ist eigentlich ein gutes Foto, wenn wir die objektiven Kriterien wie - sitzt der Fokus richtig, ist korrekt belichtet und Co - zur Seite schieben? Und wer bestimmt, ob ein Foto gut ist?

Ein gutes Hundefoto ist WESENtlich

Vor einiger Zeit habe ich die zauberhafte kleine Bonnie fotografiert. Drinnen. Draußen. Eine wahre Fell- und Herzgeschichte über eine ganz arg liebevolle Beziehung. 

Bonnie ist ein Wirbelwind. Aufgeweckt, lustig, mutig, verschmust, neugierig. 

Jeden Tag saust sie raus in den Wald. Und drinnen die Treppe rauf und runter.

Bei den folgenden drei Bildern wirst Du sehen - das erste ist ordentlich unscharf.

Was denkst Du? Ist es deswegen ein schlechtes Bild?

Objektiv gesehen - autsch, ja. Zumindest ziiiiemlich unperfekt. Der Fokus sitzt nicht. Die Verschlusszeit passte nicht.

Subjektiv gesehen - nein. 

Weil es WESENtlich ist. Typisch ist für diesen kleinen Pudel. Eine Szene aus dem Leben beschreibt, wie sie jeden Tag vorkommt. Tippel, tippel. ZACK - um die Ecke und die Treppe runter. Und dieses Bild daher - das ist das Wichtigste - direkt in das Herz ihrer Lieblingsmenschen hüpfte.

Für SIE ist es ein "gutes" Foto, das sogar zu ihren Lieblingsbildern zählt. Bonnie pur.

Ein gutes Hundefoto berührt

Bildet das Leben ab, hält Erinnerungen wach und weckt sie (später) in Millisekunden wieder auf.

Ein gutes Hundefoto ist ein Bild, in dem Du spürst, was Du siehst. Es spiegelt Deine ganze emotionale Bandbreite für Dein Tier. Es bewegt. 

Wenn Du so ein Bild anschaust, vergisst Du die Zeit, die in Sekunden gemessen wird ...

 

4. Februar 2021

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