Tschööö 2020 - ich ziehe weiter

Sooo, 2020. Ich ziehe weiter. Und ich sag Dir eins. Das Blöde kannst Du behalten. Das Gute nehme ich mit ...

Ein Jahresrückblick.

Time to fly

Fix einen Blick nochmal zwei Monate zurück. 

2019 habe ich ein Klarheitscoaching gemacht. Weil ich durch meine vernebelte Brille nicht mehr klar sehen konnte. Mich verrannt hatte, außerdem immer zu viel will und gefühlt (!) zu wenig schaffe.

Nach 9 (von 12) Sessionen (2019) mit der wunderbaren Klarheitsförderin und Visionboardexpertin Iris Weinmann wusste ich Ende 2019, wie es weitergehen sollte und habe gespürt - ich hockte auf einer Felskante. Schon ganz vorne, tippelte hin und her und hatte das Gefühl: es ist Zeit. Ich muss beim nächsten Windstoß los - time to fly! 2020 vor der Schnabelspitze.

Das habe ich plötzlich überall hingeschrieben, ohne darüber nachzudenken. Mir sogar einen goldenen Vogel gekauft mit 2 Begleitern. Von einem Künstler aus Österreich. Das Goldstück hängt jetzt an meiner Bürowand. Und hat Einfluss :-). 

Mein Visionboard wusste das scheinbar schon im November 2019. Fünf Stück sind drauf. Intuitiv aufgeklebt. Passte irgendwie. Und auch da habe ich es drauf geschrieben. Mein Visionboard ist sowieso magisch … aber das ist eine andere Geschichte.

Also: twenty twenty - time to fly. Ich hatte ein Jahresmotto, und es kam wie angeflogen.

 

2020 - ein grober Plan

Für 2020 hatte ich keine klassische Liste mit SMARTen Zielen, wie man das so macht. Ich habe mich gefragt, was ich sein und was ich tun will. Das Coaching frisch im Hinterstübchen.

"Butter bei die Texte"

Das Klarheitscoaching hatte ordentlich viel ans Licht gebracht. 

Was mich bremst(e) - und warum. Was ich glaub(t)e - und warum. Was mich blockiert(e) - und warum. Was ich dachte zu sein, aber nicht bin. Was ich will und was nicht. Was meine Träume sind und was ich tun kann, sie Stück für Stück umzusetzen. Und hat Talente und Fähigkeiten aus-ge-bud-delt.

Dass ich in Bildern dachte, war klar. Aber dass ich in Bilderbildern und auch Textbildern dachte, war mir gar nicht klar.

Ich hatte immer schon ein Faible für Tiere, Malerei, Fotografie und … Sprache. Geschichten, Verse, Zitate, Sätze, einzelne Worte. Sie sind so mächtig. Und fallen mir meist leicht.

Nie war mir aufgefallen, wie oft ich Begeisterung für Selbstgeschriebenes in Kombination mit meinen Bildern erntete. Ich kann mit ihnen spielen und habe tatsächlich vor einem gefühlten Jahrhundert mal einen Wettbewerb der Stadt Berlin bei dem Hauptstadtspektakel „Festival of lights“ gewonnen. Es ging um Dreiklänge rund um „Be Berlin“. "Auserwählte" wurden jeweils auf das Brandenburger Tor projiziert. Ich erschien oft. Das Gewinnerschreiben dazu habe ich vor ein paar Jahren entsorgt. Im Aktenordnerverschlankungswahn. Anderer Fokus, andere Prios. Aber es gibt immerhin noch ein paar pixelige Bilder aus dieser Zeit. Auf irgendeiner Festplatte. Autsch. 

Wenn ich eins finde, kommt es genau hierhin. 

Das hatte ich alles nicht mehr auf dem Programm. Aber … ein guter Coach findet das heraus. Danke, Iris, Du bist einfach wunderbar!

Also wieder ran an die Felskante, tippeln, auf Wind warten: Time to fly.

Der Wind kam. Total gute Thermik. 

Mein Jahr begann mit einer Buchung für ein großes Coaching über 12 Einheiten. Ich war so überwältigt von so viel Vertrauen. 

Wir haben viiiiele viiiiele Texte gebuttert. Mit Herzchen versehen. Krönchen poliert, Ideen hin und her gepingpongt. Vorhang auf. Bühne frei … Es war eine ganz neue Erfahrung und eine große Freude.

Ich starte mein großes ♥-Projekt in Leipzig

Ende 2019 war ich schon mal da. Um zu schauen, ob beiderseits unsere Chemie stimmte. Das war schnell klar und flott ein Termin für März 2020 gefunden: 9. März

Susanne ist seit vier Jahren Galeristin. Und meine erste Protagonistin eines Projektes, über das ich heute noch nicht alles, aber ein bisschen verraten möchte - es soll anderen Frauen Mut machen, die, wie ich an der Felskante hocken und nur den zarten Windstoß brauchen, um abzuheben. Weil es sich lohnt.

Ich bin überhaupt kein Technik-Nerd. Der Tag gibt mir sein Licht, ein Reflektor hilft dabei, und die Kamera macht sichtbar, was ich sehe. Das ist alles. Je weniger Gedöns, desto besser. Ich verreise auch mit möglichst wenig Gepäck. Den Kommentar meines Mannes  dazu (Punkt 44) lassen wir hier einfach weg :-). 

Lampen hatte ich zwar dabei, sie blieben im Auto. Ich hatte grobe Ideen, aber keinen festen Plan. SEHEN und dann einfach MACHEN klappt am besten. Dackeldame Vara natürlich immer mittendrin. Ich liebe Hunde. Sagte ich das schon?

Es ist ein absolutes ♥-Projekt. Die Grundidee dazu hatte ich 2013, als ich meinen Marketingjob gekündigt hatte, weil ich unbedingt nochmal etwas ganz anderes in meinem Leben machen wollte. Den Dampfer wechseln. Habe ich … und bin inzwischen auf einer guten Route, die sich gerade wieder leicht verändert. Ist ja eine Reise, und an mancher Kreuzung steht ein Wegweiser …  

Es war ein toller Nachmittag. Einen Montag später: Lockdown 1. Nächstes Jahr geht es weiter. Es ist ein Langzeitprojekt.

Wenn Du mal in Leipzig bist, Dich für Kunst interessierst und Lust auf eine außergewöhnliche Galerie und eine suuupertolle Galeristin hast, besuch unbedingt Susanne in der Beuteltierart-Galerie. Grüß sie dann bitte herzlich von mir. Und knuddel Vara.

Corona - wir erleben Geschichte(n)

Ich bin sicher - jeder hat eine. Meine Lieblingsgeschichte geht so: Sie heißt 

„Konfetti“

Mein Schreibtisch wird verrückt

Wir waren einmal zwei von Milionen. Ein einziges Mal sind wir hingefahren und haben ordentlich Farbe und Rollen besorgt. Und taten, was Millionen andere auch taten. Ausmisten, streichen, pinseln, renovieren. 

Willkommen in der Baumarktschlange. So ein Schild hätte gut gepasst. 

Trotzdem… nützte ja nichts. Anstellen, warten, fünf Schritte vor (also runde 2 Meter), warten, dito, warten, dito, reingehen, einsammeln, rausgehen, fertig. Einmal ging. 

Ziel war unter anderem mein Arbeitszimmer. Auf geheimnisvolle Weise hatte es sich über die Jahre zu einem Abstellraum verwandelt. Was das für bremsende Auswirkungen auf Produktivität, Motivation und Co. hatte, war mir gar nicht bewusst. Ich hatte überhaupt keine Lust mehr, da rein zu gehen. Denn ich mag es lieber schön und übersichtlich.

Von der Raumexpertin Maria Husch habe ich in einem wunderbaren Webinar gelernt, welche Bedeutung Räume für den Erfolg haben können und habe (fast) alles rausgeschmissen, was nicht rein gehört. Hinein kam dann (fast) nur noch das, was in ein Büro gehört. Bis auf die Tonnen von Wolle aus einer früheren Produktidee, die über den Prototyp nicht hinausgekommen war. Die Schrankklappe schön zu lassen. 

Besonders interessant finde ich die Bedeutung der Position des Schreibtisches. Maria spricht von „Erfolgsposition“ und ich bin mit meinem Stuhl so lange hin und her gerutscht, bis ich sie hatte. Schreibtisch stellen, nochmal sitzen, fühlen und Tschakka. Fertig. Meinen goldenen Vogel von Thomas Poganitsch immer im Blick.

Das macht was mit einem …

Kommentar unseres Sohnes:“Wow, echt bossy“. Lassen wir das einfach mal so stehen. Auf jeden Fall … weit weg von Abstellraum :-)

Bilder folgen, wenn wieder schöneres Licht ist.

Drei Sätze zu Corona.

Dazu wurden schon Trilliarden Wörter geschrieben. Daher nur drei Sätze. Ich weiß nicht, was richtig ist und was falsch. Das hatten wir ja auch noch nie. Aber ich glaube, dass es besser ist, eine Maske zu tragen als keine. 

Diese hier hat ein lieber Mensch für uns genäht. 

43 von 100: Barfuss zwischen zwei Meeren

2019 habe ich eine Liste erstellt. Mit 100 Punkten, die ich irgendwann mal gemacht, erlebt haben will. Punkt 43: Rauf nach Nordjütland und zwischen den Meeren stehen. Da, wo sich Nord- und Ostsee treffen. 

Den Sommerurlaub 2019 hatten wir abgebrochen wegen einer unerträglichen Hitzewelle. Nie würden wir in solche Regionen fahren, in denen Temperaturen dieser Grade üblich sind. Aber die Temperaturen gerieten in Norditalien völlig aus dem Ruder. Atmen … unmöglich. Unsere Hündin Timma wäre fast kollabiert. Wir mussten weg. In der Nacht vor der vorzeitigen Abreise hatten wir sie mit Handtüchern gekühlt, diese alle 10 Minuten gewendet oder gewechselt. Also rein ins Auto und in einem Rutsch zurück. Das war verdammt knapp (!) und wir haben uns geschworen - das passiert uns NIE WIEDER. 

Bei allem Übel: Das war MEINE Chance für Dänemark 2020. Dem Land der hübschen Regentropfen.

Diese Idee zog unserem Spross im Februar erst einmal das Gesicht lang. 40 Grad - nee, auf keinen Fall. Aber 16 Grad und Regen. Nee. Auf überhaupt GAR KEINEN Fall. Aber … mit vielen schönen Bildern, coronafähigen geschichtsträchtigen Ausflugsoptionen und einem supertollen Haus mit bester Aussicht ließ sich seine Begeisterung aufladen. 

Zwei Wochen nach Öffnung der Grenzen sind wir nach vielem Hin und Her - wagen wir es oder lieber nicht (Thema C) - gefahren. Das Haus war in Alleinlage, einfach fantastisch gelegen. 

Es schien uns kalkulierbar. Das war es auch. Wir waren einkaufen und haben ansonsten keinen anderen Menschen unter 10 000 m gesehen. Land ja.

Wir fuhren Ende Juni über die dänische Grenze und … der Scheibenwischer wischte mal direkt hektisch auf Stufe drei. 16 Grad. Immerhin 24 Grad weniger als in Norditalien. Gefahrenzone null für unser Frollein Timma. Atmen ging. 

Um es kurz zu machen:

Dänemark kann Wetter.

Mehr Wetter als Klamotte.

In meinem Koffer: 10 Teile für Gutwetter. Und 4 für … Du weißt schon. Sollte passen. Bilanz nach 9 Tagen: 9 mal Gutwetter war noch da. Finde den Fehler. Aber - wer fährt schon wegen des (guten) Wetters nach DK?

Ich habe gelernt: 

Wind auf dänisch ist, wenn aus Spirellihaaren Spaghetti werden, der Regen von rechts nach links Fäden zieht und die Fenster versalzen als wären sie gefroren wie zu Nikolaus …

Ich habe auch gelernt: Das nächste Mal noch die Gummistiefel einpacken und 14 Kurpackungen für die Haare.

Außerdem: Dänemark kann auch Gutwetter.

UND: In DK geht es gar nicht ums Wetter. 

Es geht um LebensART. Um die Sonne, die hinter jeder Wolke scheint. Um das Licht, das Farben so besonders macht. Um Hygge, eine traumhafte Landschaft, die eben vor allem durch Wetter entsteht. Um eine Zeit, in der selbst ich nicht nachtblind sein kann. Um Honig für meine Männer,  der so weiß wie ein dänischer … ok … karibischer Sandstrand ist (oder der von Usedom), um Salz und Sand in Scheiben, Kassen des Vertrauens.

Um frische Luft, luftiges Leinen, Design und Leichtigkeit … und um (m)einen Punkt 43 von 100: einmal barfuss in Grenen zwischen Nord- und Ostsee.

War gar nicht so kalt :-) Ein Haken ist da jetzt dran. Aber … nicht einfach abgehakt.

 

Es ist, wie es ist. Über Abschied und Loslassen.

Will ich das wirklich schreiben? Ich habe intensiv darüber nachgedacht, ob ich diesen Teil der zweiten Jahreshälfte 2020 in meinen Rückblick nehme und wie tief ich gehen kann und will. Aber: kein anderes Ereignis des Jahres 2020 hat so eine große Bedeutung - es MUSS hier rein. Weil es zum Leben gehört. Und irgendwann jeden von uns betrifft. 

„Sie möchte ins Hospiz“, sagte meiner Schwester. 

Ich wusste, dass dieser Tag kommen würde. Wir hatten oft darüber gesprochen und es stand seit Jahren in der Patientenverfügung. Mir war klar, dass der Kampf nun verloren war. Wir hatten vier Jahre Zeit, uns darauf vorzubereiten. Aber wir waren es nicht. Ich glaube, kurzfristig war an den Haarspitzen der Rhythmus meines Herzschlags zu sehen … 

Das erste Halbjahr ging es bis auf kleine Ausnahmen, die für das eine oder andere Eierlikörchen reichten, bergab. Tumormarker explodierten, Metastasen nahmen bedenklich Format an, der Körper rebellierte. Nach über 130 Chemos war einfach Schluss. Aber „einfach“ - ist anders.

Ab Juni ging alles furchtbar schnell. Pflegedienst-Upgrade, Krankenhaus-Hopping, häusliche Vollzeitpflegekraft, Palliativ, Hospiz. Drei Tage vor ihrem 78. Geburtstag im August wurde sie dorthin verlegt, Zimmer 6. Ihr Name stand schon dran. In diesem Hospiz ist jeder Patient ein Gast.

Einen Tag später waren drei Zimmer schon wieder frei. Das muss man aushalten können.

 

Ich wünschte mir, es wäre eine Reise um die Welt und das Hospiz ein 13-Sterne-Hotel. 

Die 13 Sterne hatte dieser Ort. Aber es war eine Reise in eine ANDERE „Welt“. 

„Begleiten, trauern, weiterleben“ stand auf einem Zettel im Hospiz, der mit abgerissenem Tesa auf einer Schrankwand klebte. Ich war dankbar für diese Zeilen. Sie waren so tröstlich. Sie schafften es auf unsere Danksagung und wir ergänzten sie noch um „… und sich erinnern.“

Wenn es an der Zeit ist, Abschied zu nehmen, heißt das loszulassen. Was für den Menschen, der gehen muss, ganz ganz wichtig ist. Damit es leichter wird für ihn … Denn es geht auf dieser letzten Lebensetappe unserer Eltern nicht (mehr) um uns.

Es folgten Formalitäten, Einweisung, Pfarrer und die Suche nach Antworten, auf die ich nicht vorbereitet war. Dabei war ich tief eingetaucht in das Thema Sterben.

Was sollte ich einer Löwin sagen, die gerade ihren Löwenmut verloren hatte? Die ihre  letzte Lebensstation bezogen hatte und mich leer, hoffnungslos und furchtbar enttäuscht anschaute, weil der Kampf unwiderruflich verloren war? Die trotzdem - wie immer - einen Strohhalm aus irgendeinem Hut zauberte und glaubte, dass sie aus diesem Haus wieder selbstständig rausgehen würde - ohne ihr die letzte Hoffnung zu nehmen? Die so gerne noch länger leben wollte, aber keine Chance mehr hatte? Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und alles Gute? 

Auf manches hatte ich eine Antwort in wenigen Worten. Auf das meiste „nur“ in Gesten.

Wir hatten viele wundervolle Momente. 

 

Menschen sterben, wie sie gelebt haben.

Meine Schwester und ich versuchten, so viel Zeit wie möglich mit ihr zu verbringen. Jeder für sich und auch gemeinsam. Sie bekam so viel Besuch, wie es die C-Bedingungen zuließen. Vier Personen pro Tag und maximal zwei gleichzeitig. Ich glaube, niemand bekam mehr. Das Hospiz war schon etwas genervt. Aber: Die Menschen sterben wie sie gelebt haben, sagten sie. 

Es schien zu stimmen. Bei ihr war immer viel los auf dem Hof. Sie hatte viele tolle Helferchen, ihre Schwerstern, Verwandte, Freunde, Nachbarn. Sogar der Postbote hat nach ihr geschaut. So was geht nur auf dem Land. 

Ich hörte die Navistimme mehr als die meiner Familie. Mann und Spross hielten die Stellung und ich raste alle paar Tage hin und her. 4000 km in einem Monat. Das war kein Spaziergang. Aber … es ging nicht um mich.

Da war dann allerdings nix mehr mit „Ich sitze an der Felskante und warte auf den richtigen Wind.“ Es war Sturm, und ich wusste, ich musste da durch wie ein Bulle.

"Wenn die Wurzeln tief sind, brauchst Du den Wind nicht zu fürchten", haben wir auf einer gedruckten Leinwand in unserem Haus stehen … Eine chinesische Weisheit. Ist ganz viel dran.

Wenige Wochen später war alles vorbei.

Ich spielte gerade Beethovens Mondscheinsonate. 

Seit zwei Jahren feil ich an ihr herum. Vier Vorzeichen sind nicht ohne. Ich wollte sie jede Woche spielen. Ohne Unterlass. Meine Klavierlehrerin hat eine Engelsgeduld mit mir. Ich kann zwar spielen, aber ich habe kein großes Talent. Inzwischen jault der Hund immerhin nicht mehr mit ;-)

An einer Stelle verspielte ich mich fürchterlich. Bekam es einfach nicht hin. Das Telefon ging. Meine Schwester … und ich wusste, warum ich die Mondscheinsonate immer habe spielen müssen … Alles hat seinen Sinn.

Ein Kreis schließt sich. Ein anderer geht auf.

Ihr Lebenskreis hatte sich geschlossen. Und mein Trauerkreis sich weit geöffnet. 

Seitdem arbeite ich daran, ihn wieder zu schließen. Ich bin schon recht weit, weil ich auch in diesen Sturm reingegangen bin wie ein Bulle. Mich auseinandersetze, immer wieder. Loslasse, mich bewusst verabschiede. Und versuche, die Trauer umzuwandeln in schöne Erinnerungen und Dankbarkeit. Für 50 Jahre Elternhaus.

Die Reihenfolge (!) stimmt - sagt der Kopf. Es ist keine Tragödie. Kein Drama. Es ist das Leben. Was der Kopf hier sagt, ist dem Herzen jedoch erst mal schnuppe. Aber er hat recht. Die Reihenfolge stimmt.

„Es ist, wie es ist“, würde sie sagen. „Und es ist alles gut.“

 

Ja. Es ist, wie es ist. 

In dem ganzen Prozess habe ich viel gelernt: Trauer ist wichtig. Trauer braucht Raum. Trauer braucht Zeit. Trauer ist kein Spiel. Trauer verrückt den Fokus. Jeder trauert anders. Trauer verbindet. Und: die Trauerrede hätte ich mal besser selbst geschrieben … 

Wir lassen los, meine Schwester und ich. Sie auf ihre, ich auf meine Weise. Wir räumen seitdem auf und aus, machen eine Zeitreise in unsere Kindheit.

Tauchen ein in das Leben und die Geschichten unserer Eltern, Großeltern und der Anderen … wer auch immer sie sind. Wir finden Dinge, die uns viel sagen. Und Dinge, die uns gar nichts sagen. Trennung fällt mal sehr leicht, mal sehr schwer. Mir vielleicht ein bisschen schwerer. Das ist scheinbar das Los der Erstgeborenen, habe ich in dem Buch „Das Haus meiner Eltern hat viele Räume“ von Ursula Ott gelesen. Kann gut sein.

Meine Schwester ist super-ober-hammer-pragmatisch. Was keine Erinnerung schafft, kommt weg. Das bringt uns voran. Der Containerdienst schiebt uns die Dinger ran. Wir füllen und sortieren. Zuerst das, was eh schon längst weggekonnt hätte. 

Ich trete ab und zu auf die Bremse. Um Fotos zu machen, die uns helfen werden, uns zu erinnern an die (Lebens)Geschichten unserer Familie, die ja auch Teil unserer Geschichten sind. Und unserer Kinder. 

„Ich habe hier wieder was für Dich“, sagt mein Schwesterherz dann. Und ich stelle die Kamera ein … Erinnerungen im Fokus. Aber ohne Eisenschuhe. Wichtig!

Wir lachen viel. Situationskomik pur. Über alte Fotos, Geschichten, Gegenstände … Unsere Mutter wäre sehr begeistert. Weil sie weiß, dass die Wurzeln tief sind … und frische dazu kommen. So auch jetzt.

Als „Die Container-Sisters“ könnten wir uns übrigens inzwischen selbstständig machen. ;-) Wir sind ein Top-Team. Ich frage mal meinen Bauch. 

Und rücke nun wieder zur Felskante vor, tippele hin und her und warte auf den richtigen Wind … meinen Bullen, schöne Erinnerungen und ganz viel Dankbarkeit im Handgepäck. 

Es ist, wie es ist.

Ich bin ein Generator 

Meine Steuerberaterin wird vermutlich ohnmächtig, wenn ich ihr die Kostenpalette Fortbildung 2020 präsentiere über Workshops, Kurse, Bücher. Ging aber nicht anders. Ich hatte ja (durch C) mehr Zeit und will einfach viel wissen ;-) Ein Vorteil einer Selbstständigkeit ist ja - ich muss keinen fragen, ob eine Fortbildung ok ist. Fantastisch.

Eine offline Veranstaltung für Fotografinnen in Nürnberg war dabei, alles andere online: spirituelles Marketing, wie tickt Instagram, wie geht Self Publishing, Markenbildung, Texterei, Affinity Publisher, Money Workshop, Human Design … 

Als durchaus kritischer, aber spirituell veranlagter Mensch - übrigens auch eine recht neue Erkenntnis - habe ich in einem Workshop von Alisha Beluga gelernt: Ich bin ein Generator. Na. Das klingt ja sexy, dachte ich direkt. Nach einer spröden Maschine.

Was einen Generator ausmacht.

Das war dann ein echter Hammer für mich. Ich habe sehr oft gedacht … Ja, stimmt. Ja, stimmt. Ja, stimmt. Aber auch … och nöö. 

Ein Generator hat starke Energien, Durchhaltekraft u.v.m. Das war mir ja schon vorher klar. Aber dass "wir Generatoren" angeblich besonders genau schauen müssen, wo wir diese Energie am besten einsetzen, damit wir unser volles Potenzial entfalten können, weniger. Hat aber viel aufgeklärt.

Hier nur ganz kurz:

Ich muss wohl tatsächlich meinen Verstand (mehr) ignorieren, weil er sonst meine Klarheit vernebelt. Treffer. Na, wunderbar. Wie easyyyy. Hier müsste das Emoji hin, das mit den Augen genervt nach oben schaut.

Das heißt: Bauch über Kopf ist besser als Kopf über Bauch. Lästigerweise spricht der Bauch leider nicht immer sofort Klartext. Manchmal heißt das WARTEN. Es gibt wirklich Dinge, die ich besser kann - Memo: das habe ich in der Baumarktschlange mal wieder deutlich gespürt. Aber meine Bauchstimme weiß tatsächlich Bescheid. Auf sie zu hören, lohnt sich.

Inzwischen haben wir einen guten Draht, meine Bauchstimme und ich. Hat etwas gedauert. 2021 werde ich das VOLL ausnutzen. 

Ach, noch etwas. Ich bin eine Markenbatterie …

Wenn Dich das Thema auch interessieren sollte, kann ich Dir das Buch von Chetan Parkyn, HUMAN DESIGN, Lüchow empfehlen. Ich bin kein Affiliate. Kommt vielleicht noch … sagt mein Bauch. :-) 

Mein erstes Buch

Davon stand im Januar nix geschrieben. Aber mein Visionboard wusste es schon. 

Ich tanz schnell mal auf der Straße. Es ist Tatsache. Ich habe mich da echt rein-ge-fuchst, mir extra ein tolles Programm (Affinity Publisher) gekauft und ein Büchlein kreiert. 

Es ist zwar noch nicht gaaaanz fertig, weil ich im Dezember etwas ruhiger machen wollte, aber bin nur noch ein Müüüüühchen davon entfernt. Und so komm ich zum Jahresende doch noch in die Lüfte, weil es mich be-flü-gelt. Es bedeutet mir wirklich wirklich viel.

Als kleines Geschenkbuch mit Botschaft, rund 15 cm im Quadrat, transportiert es in über 20 Lieblingsbildern (schwarz/weiß) aus den letzten Jahren und über 20 passenden superkurzen Texten Wünsche. 

Es ist mit Herzschlag gemacht und „Für Dich“, wenn Du einen ähnlichen Herzschlag hast wie ich.

Wieder so ein Herzensding. Ich glaube, ich muss noch mehr davon machen.

Der Umsatz der ersten 78 Bücher geht als Spende an das Hospiz.

Hier folgt bald ein Link, wenn die Landingpage steht. Nächste Herausforderung …, denn die Digiwelt und ich sind noch nicht wirklich dicke Freunde. 

2021 - grobe Routenplanung

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